Gemeinsam nicht einsam

In Neukieritzsch 120 Jahre Chorgesang festlich begangen

Sonnabend, den 16. Mai 2009, hatte der Gemischte Chor Neukieritzsch schon lange in seiner Planung. Sollte er doch ein wirklicher Höhepunkt im Jahreskalender des hiesigen Chorgesangs werden. Schließlich ist ein 120. Jubiläum etwas Besonderes, zumal, wenn noch eine Vereinsfahne geweiht werden soll. So jedenfalls sahen es die Chormitglieder und ihre Gäste, darunter zwei Bad Lausicker Chöre und der Männerchor Lobstädt/Regis-Breitingen. Unterstützung erhielt das feiernde Ensemble vom Blasorchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis.
Dass auch noch zwei Kindergruppen anmarschierten, hängt mit den deutschen Sangestraditionen zusammen. Mädchen und Jungen des Kindergartens trugen die neue Chorfahne herein, was andeutet, dass die gegenwärtigen Chormitglieder in absehbarer Zeit das Notenblatt der Gesangsstimmen an die Jugend weitergeben wollen. So jedenfalls erklärte Vorsitzende Christine Vetter diese Symbolik. Übrigens stimmte auch das Orchester in diesen Gedanken ein, indem es die sauber gebotenen Melodien des mit Blockflöten, Klarinette und Trompete versehenen allerjüngsten Orchester-Nachwuchses mit Schlagzeug und einigem Blech unterstützte. "Gemeinsam nicht einsam", hieß das Stück, das auch für das Zusammenwirken der Chöre gegenwärtig und perspektivisch gelten kann.
Neben schönen Melodien, mit deren Interpretation man besonders auch Felix Mendelssohn Bartholdy die Reverenz erwies, Fahnenehrung und den Fest- und Begrüßungsreden gab es auch von mehreren Seiten angemessene Verbeugungen vor dem Ehrenamt. In persona wurden neben den vielen Helfern im Hintergund auch einige verdiente Mitstreiter genannt, die für den Neukieritzscher Gesang in der Vergangenheit unabdingbar waren, so Horst Gerstenberger (Initiator der Fahnenweihe und Forscher in der Vereinsgeschichte) sowie seine viel zu früh verstorbene Frau Edith. Für erfolgreiche Chorpraxis und Vereinstätigkeit der Gegenwart stünden, wie Christine Vetter hervorhob, Gerhard Lingslebe, Viktor Vetter, Kerstin Jähnig, Jörgen Cavael oder Doris Ehrhardt.
Wie flexibel der Chor wurde, zeigte sich an einem humoristischen Exkurs der Vorsitzenden. Insbesondere die gestandenen Choristinnen starteten vor Jahren heftigste Vorwürfe in Richtung ihres Chorleiters, was denn das neumodische Zeug solle, als man gemeinsam mit dem Blasorchester an die Proben zu "Conquest of Paradise" gehen sollte. Als sich nach einigen Auftritten herausstellte, dass das Publikum extra nach diesem "Chorwurm" verlangte, änderte sich schlagartig die Meinung der Sängerinnen.

Text: Detlef Bergholtz / Artikel in der Leipziger Volkszeitung vom 18.05.2009 (leicht geändert)
Fotos: Uwe Seibt

Nachwuchsgruppe des Musikvereins Neukieritzsch-RegisEinmarsch der Fahnenträger befreundeter Chöre
 
Pfarrer Thomas Krieger nimmt die Weihe der neuen Vereinsfahne vor.
 
"Conquest of Paradise" mit dem Gemischten Chor Neukieritzsch und dem Blasorchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis

Letzte Aktualisierung am 22.05.2009. Zurück
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