Drittes Neujahrskonzert: Bewährtes mit neuen Ideen gemixt

Als sich Samstagabend im Neukieritzscher Festsaal das dritte Neujahrskonzert der Vereine dem Finale näherte, sangen alle Anwesenden das Schlusslied "Amazing Grace" gemeinsam. Eine Besucherin aus den alten Bundesländern, welche erstmalig das Konzert erlebte: "Was Sie hier in Neukieritzsch alles haben: den Festsaal und die aktiven Vereine... und so ein schönes Konzert!" Offensichtliche Verblüffung! Auch alle weiteren Gäste waren sich einig: Sie hatten etwas Besonderes erlebt.
Es fällt uns schwer, Leistungen hervorzuheben, nämlich weil es deren in Fülle gab. Die Veranstalter, Gemischter Chor und Musikverein, setzten in bewährter Weise auf die eigenen Möglichkeiten, gemixt mit neuen Ideen. Der Chor brachte unter anderem das nicht leicht zu interpretierende Jagdlied von Mendelssohn und meisterte das temporeiche Stück mit Vehemenz. Auch bot er zwei Neueinstudierungen: "Das Hummelchen" und "Sehnsucht - das Lied der Taiga". Sehr schön! Und die fünf jungen Leute der Bläsergruppe des Musikvereins, welche sich seit drei Jahren Extraproben aufgeladen haben, boten Perfektes. Sie musizierten mit Schwung, und beim "Dixieland Revival Meeting" wippte im Publikum so mancher Fuß. Die Ehrengarde des Karnevals-Clubs, fünf junge Damen, machte ihre Sache mit Latino und Can-Can ebenso prächtig.
Chorleiter Viktor Vetter gelingt es immer wieder, Kinder für das Musizieren zu begeistern. So finden junge Musikanten Auftrittsmöglichkeiten, und das Publikum freut sich. Johanna Hambrecht (10) zeigte am Flügel, was sie bei ihrem Klavierlehrer Vetter gelernt hat. Johanna übt täglich bis zu einer Stunde. Die Variationen zu Paganini von Berkowitsch brachte die Debütantin gekonnt. Natalia Wakker (20) erzwang mit ihrem Akkordeon eine Zugabe. Man merkt der zukünftigen Studentin der Musik in Berlin die Liebe zu diesem Instrument an. Das Publikum reagierte begeistert, als Andrej Shgutow mit dem Banjan, einem russischen Akkordeon, eine deutsche Polka interpretierte.
Bürgermeister Henry Graichen, der Schirmherr, hatte eingangs seiner Gewissheit Ausdruck gegeben, dass das Neujahrskonzert seinen Platz im Kulturleben des Ortes behaupten würde. Seinen Optimismus teilten am Schluss nach dem schönen Erlebnis alle Gäste erst recht.

Text: Detlef Bergholtz / Artikel in der Leipziger Volkszeitung vom 26.01.2004 (leicht geändert)
Fotos: Detlef Bergholtz

Die Zehnjährige Johanna Hambrecht am Klavier (Viktor Vetter hilft beim Seitenumblättern)Bläsergruppe des Musikvereins Neukieritzsch-Regis
 
Nina Shgutow und Viktor Vetter vierhändig am KlavierDas Finale: Chorvorsitzende und Moderatorin Christine Unger verabschiedet die Gäste.

Letzte Aktualisierung am 30.12.2006. Zurück
Zurück