Solo-Stimmen, Bläser und Fünkchen

- Vom gemeinsamen Weihnachtskonzert von Chor und Orchester am 17. Dezember 2006 in Neukieritzsch -

Sonntag, 16 Uhr, Festsaal des Bürgerbegegnungszentrums Neukieritzsch. Etwa 100 Besucher wollten das gemeinsame Konzert des Gemischten Chores Neukieritzsch und des Blasorchesters des Musikvereins Neukieritzsch-Regis erleben. Unter ihnen waren viele, die schon in den Vorjahren zu den Gästen dieser traditionellen vorweihnachtlichen Veranstaltung gezählt hatten und die gewohnten Klänge, routiniert dargeboten, erwarteten.
Als nach knapp zwei Stunden alle dem von zwei Mädchen mit Spendenkörbchen in den Händen flankierten Ausgang zustrebten, waren Meinungen zu hören wie: "Ein beeindruckendes Konzert. Das haben sie aber gut gemacht. Dieses Konzert hätte mehr Besucher verdient."
Tatsächlich gab es während der Darbietungen sogar Bravorufe. Woran lag es?
Zunächst: die Macher des Programms, insbesondere Uwe Seibt (Musikverein) und Christine Unger (Gemischter Chor) und ihre Mitstreiter hatten sich viel Neues einfallen lassen. Da gab es neben den bekannten Melodien wie "Still senkt sich die Nacht hernieder" (Frauensolistengruppe) einige seltener gehörte Weisen, die effektvoll eingefügt waren.
Solisten trauten sich was zu. Nicht mehr nur Northild Kutschmar, Christine Unger oder Herma Dobmaier, bisher die bekannten Solo-Stimmen, waren zu hören. Es beeindruckte auch der Bass von Jörgen Cavael.
Chorleiter Viktor Vetter richtete ein besonderes Kompliment an das Blasorchester: "Wir haben eine wunderbare Zusammenarbeit mit Klaus Fischer, dem Dirigenten des Orchesters. Was er innerhalb des Klangkörpers in der musikalischen Qualität bewirkte, verdient alle Achtung!" Tatsächlich hat das Orchester eine veränderte Stimme. Die Töne der Bläser kommen weicher, wärmer, auch genauer im Takt. Das schrillt nicht aggressiv und bleibt doch in schwungvoller, jugendlicher Laune. Beim "Happy Christmas"-Medley gab es Bravorufe. Die in das Programm eingegliederten Nachwuchsbläser von Katrin Weigel (Alexander Klages, Carlo und Theo Weigel) versprechen eine Verstärkung.
Neu war auch die Idee, die Fünkchen des NKC mit in das Programm einzubauen. Grit Bräuers kleine Truppe zeigte das Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein" und erarbeitete sich zugleich eine weitere Auftrittsmöglichkeit. Zum ersten Mal überhaupt dabei waren die ganz kleinen Fünkchen, die Eleven aus der 1. Klasse.
Beate Tröbitz, die Moderatorin des Abends, goss etwas Wermut in den allgemeinen Becher des Erfolgs, indem sie ihre Abschiedsworte an die Gäste ergänzte: "Neukieritzscher, wo seid ihr? Wo sind deine vielen Bürger, Neukieritzsch?" Als Sängerin Tröbitz aus Elstertrebnitz im Gemischten Chor anfing, sang man noch in der alten Speisebaracke. Diese war damals vor mehr als zehn Jahren gerammelt voll. - Heute blieb der schöne Festsaal halb leer. Oder war er halb voll? Nun, 100 Leute waren gekommen, und sie gingen außerordentlich zufrieden nach Hause.

Text: Detlef Bergholtz / Artikel in der Leipziger Volkszeitung vom 28.12.2006 (leicht geändert)
Fotos: Detlef Bergholtz

Blasorchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis mit Dirigent Klaus Fischer
 
Das Blasorchester beeindruckte mit weihnachtlichem Schwung.
 
Gemischter Chor mit neuen Weisen

Letzte Aktualisierung am 04.01.2007. Zurück
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